Zwei Eisenacher treffen in Norwegen erstmals aufeinander

 

Trondheim Norwegen, 21. April 2026, endlich passt es nach 12 Jahren und oft geäußertem Wunsch das live zu sehen, was nur wenige kennen. Awe Museumsdirektor Enrico Martin verbindet eine Tour zu Freunden nach Norwegen mit dem Besuch der Jahreshauptversammlung des „Norsk DKW Union Club“, der von Horch bis Wartburg viele Mitglieder hat und eine wichtige Schnittstelle nach Norwegen bildet, gefolgt vom mehrtägigen Zusammentreffen der Wartburgszene rund um den langjährigen Freund Jon H. Tønnesen und seiner Familie, um am Ende endlich den Weg in das „Heimatmuseum Sverre Borg“ in Trondheim zu finden. Dort wird er erwartet, von den Mitgliedern des „Trøndelag Veteranvognklubb“.

Inge Vikestad, Klaus Klakken, Terje Stenhaug und Per Ramsoeskar.

Diese Herren behüten seit vielen Jahren einen unglaublichen Schatz. Den einzig bekannten Wartburg-Motorwagen der zweiten Generation „Tourer Typ B“ von 1903. Dieser kam 1909 mit dem Eiskunstläufer und Fotografen Oscar Holte nach Trondheim, als er ihn in Deutschland bei einem Opel-Händler in Rüsselsheim kaufte. Eigentlich als erstes Auto in Trondheim, bekam er auf Grund bürokratischer Ungereimtheiten dann aber doch die Nr. 2 als Kennzeichen. Insgesamt fuhren neben dem Motorwagen noch ein Oldsmobile, ein Ford T und ein Rex-Simplex-Bus aus Ronneburg. Viele Geschichten hat dieser Wagen erlebt bis er als Attraktion auf Jahrmärkten und letztmals 1953 fahrend gesichtet wurde. 1997 wurde der Wagen dann in einer Auktion versteigert, da er nun eine Zeit im Motor History Museum Lillehammer stand und der Sohn des letzten Besitzers keine Verwendung dafür hatte. Ein großer Fan des Wagens, Olav Mogstad vom besagten Trondheimer Veteranenclub, ersteigerte den Wagen und begann ohne Fördermittel den Wagen mit seinen Vereinskameraden und privaten Unternehmen zu restaurieren.

Seitdem ist der Wartburg-Motorwagen regelmäßig zu Veranstaltungen fahrbar zu sehen und wird der Allgemeinheit als bewahrtes Stück Technikgeschichte vorgeführt. Für längere Pausen steht er dann immer im Museum in Trondheim. Der wassergekühlte 2-Zylinder-De-Dion-Motor ist baugleich mit dem Motor des in Eisenach fahrbereiten Motorwagens.

Eine unglaubliche Arbeit, die hier von den Mitgliedern und Hütern des wohl einzig erhaltenen Exemplares vollbracht wird und die allerhöchste Anerkennung verlangt, da man bei diesen Fahrzeugen eben keinerlei Ersatzteilversorgung mehr hat.

Dieser warme und herzliche Empfang in Trondheim knüpfte eine neue Freundschaft mit nun folgendem „in Kontakt stehen“. Nachdem bereits Matthias Doht im Jahr 2023 auch schon den Besuch in Norwegen antrat, ist der Kontakt nun auch in die nächste Generation gefestigt. Der langjährige Freund und Unterstützer des Eisenacher Museums, Carl Kristian Thelle, begleitete Enrico Martin als Local Guide.

Doch damit war die Reise nicht beendet. Bereits einen Tag später trafen der Direktor des „Teknisk Museum Oslo“ auf den Direktor aus Eisenach aufeinander. Denn in Oslo steht ein weiterer Motorwagen, allerdings als luftgekühlte Version der ersten Generation. Auch hier wurden viele Details fotografiert und für ein sehr spezielles Projekt vorbereitet, welches wiederum durch die wissenschaftliche Leiterin Dr. Jessica Lindner Elsner betreut wird.

Kurz vor der Abreise gelang dann noch der Kontakt mit einem dritten Wartburg-Motorwagen-Besitzer in Norwegen, der beim nächsten Besuch auf dem Programm steht. Somit sind alleine in Norwegen 3 Urahnen der Eisenacher Fahrzeugproduktion zu Hause.